Pilze züchten, Tomaten veredeln und Alternativen zu Torf kennenlernen: Beim Bayerischen Azubitag an der LWG in Bamberg konnten unsere Auszubildenden der Klasse AFB 10 viele praktische Erfahrungen sammeln. Wie der Tag ablief, berichten zwei Schülerinnen hier selbst:
Am 8. Oktober 2026 nahmen wir am 5. Bayerischen Azubitag der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Bamberg teil. Die Veranstaltung richtete sich an die Auszubildenden aller gärtnerischen Fachrichtungen. An diesem Tag konnten wir Einblicke in den ökologischen Gartenbau, insbesondere in den Versuchsbetrieb Bamberg, gewinnen. Dort hatten wir auch die Möglichkeit, uns mit anderen Azubis zu vernetzen. Um 9:00 Uhr trafen wir uns mit Herrn Wujanz und unseren Mitschülern an der LWG. Eine Stunde später fand die offizielle Begrüßung mit einem anschließenden kurzen Kennenlernen statt. Danach gab es eine geführte Besichtigung des Versuchsgeländes und anschließend verschiedene Workshops.
Der Workshop „Edelpilzzucht“ informierte über Pilze und deren Lebenszyklus und zeigte auf, wie organische Stoffe wie Strohpellets als Substrat für den Anbau hochwertiger Speisepilze genutzt werden können. Es wurden sowohl die sterile Laborpraxis als auch unsterile Methoden vorgestellt und selbst durchgeführt. Jeder durfte Substrat mit Myzel beimpfen und, wenn alles klappt, seine eigenen Zitronenseitlinge zu Hause züchten.

Zudem wurde uns anhand junger Tomatenpflanzen erklärt, wie wir diese am besten veredeln und worauf wir dabei achten sollten. Dazu gehören beispielsweise das Waschen der Hände, das Desinfizieren der Rasierklinge und das Sicherstellen, dass die beiden abgeschnittenen Enden perfekt aufeinanderliegen.
Beim Pikieren und Topfen liegt der Schwerpunkt darauf, die Pflanze weder zu tief noch zu hoch in die Erde zu setzen und sie mittig zu positionieren.
Nachhaltige Produktion – von umweltschonend bis zur Bioproduktion
In diesem Workshop wurde erklärt, was man als Torfersatz verwenden kann, da wir alle wissen, dass der Abbau von Torf dem Klima schadet. Moore speichern über Jahrtausende große Mengen Kohlenstoff. Um Torf abzubauen, müssen die Moore entwässert werden. Dadurch wird ein Teil des gespeicherten Kohlenstoffs als CO₂ freigesetzt und gelangt in die Atmosphäre.

Alternativen wären zum Beispiel:
Perlite: zum Auflockern und zur pH-neutralen Strukturverbesserung, allerdings energieintensiv in der Herstellung
Kokosprodukte: strukturstabil und gut belüftet, müssen jedoch über weite Strecken transportiert werden
Holzfasern: sehr luftig und leicht, speichern aber kaum Wasser und Nährstoffe
Abschließend lässt sich sagen, dass der Tag an der LWG sehr lehrreich und informativ war. Zudem hatten wir viel Spaß bei den Workshops und konnten bei der praktischen Durchführung viel Neues dazulernen.
Fotos und Bericht: Isabell Feindert, Suza Carl, beide AFB10-G