Die Bildungspartnerschaft zwischen Bamberg und Nairobi geht in die nächste Phase
Das Staatliche Berufliche Schulzentrum (SBSZ) Bamberg setzt ein beeindruckendes Zeichen für die Internationalisierung der beruflichen Bildung und vertieft seine außergewöhnliche Partnerschaft mit dem kenianischen Institut „The Kiambu National Polytechnic“ (KINAP) in Nairobi.
Nachdem die Kooperation bereits in den Jahren 2021 und 2022 erfolgreich ins Leben gerufen wurde, ist das Projekt nun in die zweite Runde gestartet. Das Ziel dieser Verbindung ist es, den fachlichen Austausch sowie die persönliche Weiterentwicklung von Lehrkräften und Lernenden auf beiden Seiten nachhaltig zu gestalten. Gefördert durch die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), knüpft das aktuelle Vorhaben an die bestehenden Kontakte an und fokussiert sich insbesondere auf die pädagogische Ausgestaltung der technischen Ausbildung.
Ein zentraler Meilenstein dieser Entwicklung war die Fertigstellung eines neuen Schulgebäudes für den Fachbereich Mechatronik am KINAP, das durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit modernster technischer Ausstattung und aktuellen Unterrichtsmaterialien versehen wird. Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit steht nun die Frage, wie diese neuen Ressourcen optimal im Unterricht eingesetzt werden können. Lehrkräfte des SBSZ Bamberg unterstützen ihre kenianischen Kolleginnen und Kollegen dabei, innovative Lehrmethoden zu entwickeln, wobei das Prinzip des gegenseitigen Lernens stets im Vordergrund steht. Während die Lehrkräfte des SBSZ ihr Fachwissen einbringen, profitieren sie im Gegenzug von interkulturellen Impulsen und neuen didaktischen Perspektiven.
Wie lebendig dieser Dialog geführt wird, zeigte die Delegationsreise im Januar 2026. Das Team des SBSZ reiste nach Kenia, um vor Ort die nächsten Schritte zu planen. Die Woche war geprägt von symbolträchtigen Momenten wie einer feierlichen Eröffnung mit traditionellen Tänzen und dem Pflanzen eines Baumes vor dem neuen Mechatronik-Gebäude. Neben intensiven Arbeitsbesprechungen mit der GIZ und Besichtigungen lokaler Ausbildungsbetriebe wie dem Milchindustrieunternehmen KCC stand vor allem die gemeinsame Sichtung der Unterrichtsmaterialien im Fokus.

Die Reise im Januar markiert jedoch nur den Anfang eines ereignisreichen Jahres. Bereits für Mitte April 2026 ist ein Gegenbesuch der kenianischen Partner in Bamberg geplant. Während ihres zehntägigen Aufenthalts werden die Gäste den bayerischen Schulalltag durch Hospitationen und Workshops kennenlernen und tiefe Einblicke in das duale Ausbildungssystem gewinnen.
Im Juni 2026 folgt dann die nächste Reise der Bamberger Lehrkräfte nach Nairobi, um die Einrichtung der Klassenräume final zu unterstützen und die Umsetzung der gemeinsamen pädagogischen Ziele voranzutreiben. Langfristig ist sogar denkbar, einen Schüleraustausch nach dem Vorbild der bereits fest verankerten Erasmus-Projekte zu etablieren, um jungen Menschen beider Nationen zu ermöglichen, über den Tellerrand hinauszublicken und wertvolle interkulturelle Kompetenzen für eine vernetzte Welt zu erwerben.

Am 24.2.2026 erlebten – wenige Tage nach dem Ende der olympischen Winterspiele – die besten Absolventinnen und Absolventen der Winterprüfung in feierlichem Rahmen ihren ganz persönlichen ‚olympischen‘ Moment. Im Beisein von Landrat Johann Kalb, dem Vorsitzenden des Zweckverbands Stadt und Landkreis Bamberg, dem Verbandsrat Peter Ludwig sowie Vertretern der Ausbildungsbetriebe und zahlreichen Angehörigen fand die Übergabe der Auszeichnungen statt. Von 265 Schülerinnen und Schülern, die die Winterprüfung abgelegt haben, schlossen 17 die Berufsschule mit einem hervorragenden Notenschnitt von 1,0 bis 1,5 ab. Sie alle können nun stolz über Auszeichnungen im Rahmen ihrer Berufsabschlüsse zur Gärtnerin, Floristin und Tischlerin sowie zum Anlagenmechaniker SHK, Elektroniker in Automatisierungs-, Energie- und Gebäudetechnik, Industriemechaniker, Kfz-Mechatroniker, Land- und Baumaschinenmechatroniker, Mechatroniker, Metallbauer und Werkzeugmechaniker sein.



Besonders erfreulich war die gelebte Kooperation mit der
Neben den Präsentationen der Studierenden informierten regionale Unternehmen wie Bosch, ATROTECH Automation GmbH, Grimmer GmbH, Lohmann-koester GmbH & Co.KG, Bundeswehr Karriere Bamberg, Siemens Mobility oder RAPS Group über Praktika, Ausbildungsmöglichkeiten und Karrierewege.
