Partnerschaftsbesuch aus Kenia am SBSZ Bamberg

Lernen über Grenzen hinweg Vom 18. bis 25. April 2026 durfte das Staatliche Berufliche Schulzentrum (SBSZ) Bamberg eine Delegation von acht Lehrkräften des Kiambu National Polytechnic (KINAP) aus Nairobi begrüßen. Der Besuch fand im Rahmen einer langjährigen Schulpartnerschaft statt und hatte das Ziel, Einblicke in das deutsche duale Ausbildungssystem zu geben sowie den fachlichen Austausch zu vertiefen. Trotz einer verspäteten Anreise startete das Programm am Freitag mit einer offiziellen Begrüßung durch den Schulleiter Christian Neubauer, Schulführungen und ersten Unterrichtsbesuchen in den Bereichen Elektrotechnik, Fahrzeugtechnik und Metalltechnik. Ein gemeinsamer Stadtrundgang durch die Bamberger Altstadt sowie ein Abendessen im Schlenkerla sorgten zudem für kulturelle Eindrücke und persönlichen Austausch. In den folgenden Tagen standen vor allem praxisorientierte Workshops im Mittelpunkt. Die Gäste nahmen an Unterrichtseinheiten teil, arbeiteten an Themen wie Netzwerksimulation, Glasfasertechnik, CNC-Programmierung und SPS-Steuerung und erhielten so einen direkten Einblick in moderne Ausbildungsinhalte. Ein besonderes Highlight war ein mehrteiliger „Motion Workshop“, der verschiedene technische Lernstationen kombinierte. Neben dem fachlichen Programm boten gemeinsame Aktivitäten – etwa ein Mittagessen bei der Lebenshilfe Bamberg e.V. oder eine Exkursion zum Musikhaus Thomann – zahlreiche Gelegenheiten, die Zusammenarbeit zu stärken. Auch die Teilnahme am „Girls’ Day“ bei der Firma Bosch zeigte anschaulich, wie Berufsorientierung in Deutschland umgesetzt wird. Den Abschluss bildete ein Besuch des Deutschen Museums in Nürnberg mit einem Workshop zur Wasserstofftechnologie – ein zukunftsweisendes Thema für beide Bildungseinrichtungen. Insgesamt war der Besuch ein großer Erfolg: Über 40 Unterrichtseinheiten wurden gemeinsam gestaltet oder beobachtet. Beide Seiten profitierten vom intensiven Austausch und konnten wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung ihrer Ausbildungskonzepte mitnehmen. Konkrete Ziele für die weitere Zusammenarbeit wurden bereits definiert und bilden die Grundlage für kommende Projekte.

Gemeinsam lernen – gemeinsam wachsen!

Die Bildungspartnerschaft zwischen Bamberg und Nairobi geht in die nächste Phase

Das Staatliche Berufliche Schulzentrum (SBSZ) Bamberg setzt ein beeindruckendes Zeichen für die Internationalisierung der beruflichen Bildung und vertieft seine außergewöhnliche Partnerschaft mit dem kenianischen Institut „The Kiambu National Polytechnic“ (KINAP) in Nairobi. Nachdem die Kooperation bereits in den Jahren 2021 und 2022 erfolgreich ins Leben gerufen wurde, ist das Projekt nun in die zweite Runde gestartet. Das Ziel dieser Verbindung ist es, den fachlichen Austausch sowie die persönliche Weiterentwicklung von Lehrkräften und Lernenden auf beiden Seiten nachhaltig zu gestalten. Gefördert durch die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), knüpft das aktuelle Vorhaben an die bestehenden Kontakte an und fokussiert sich insbesondere auf die pädagogische Ausgestaltung der technischen Ausbildung. 

Ein zentraler Meilenstein dieser Entwicklung war die Fertigstellung eines neuen Schulgebäudes für den Fachbereich Mechatronik am KINAP, das durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit modernster technischer Ausstattung und aktuellen Unterrichtsmaterialien versehen wird. Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit steht nun die Frage, wie diese neuen Ressourcen optimal im Unterricht eingesetzt werden können. Lehrkräfte des SBSZ Bamberg unterstützen ihre kenianischen Kolleginnen und Kollegen dabei, innovative Lehrmethoden zu entwickeln, wobei das Prinzip des gegenseitigen Lernens stets im Vordergrund steht. Während die Lehrkräfte des SBSZ ihr Fachwissen einbringen, profitieren sie im Gegenzug von interkulturellen Impulsen und neuen didaktischen Perspektiven. 

Wie lebendig dieser Dialog geführt wird, zeigte die Delegationsreise im Januar 2026. Das Team des SBSZ reiste nach Kenia, um vor Ort die nächsten Schritte zu planen. Die Woche war geprägt von symbolträchtigen Momenten wie einer feierlichen Eröffnung mit traditionellen Tänzen und dem Pflanzen eines Baumes vor dem neuen Mechatronik-Gebäude. Neben intensiven Arbeitsbesprechungen mit der GIZ und Besichtigungen lokaler Ausbildungsbetriebe wie dem Milchindustrieunternehmen KCC stand vor allem die gemeinsame Sichtung der Unterrichtsmaterialien im Fokus.

Die Reise im Januar markiert jedoch nur den Anfang eines ereignisreichen Jahres. Bereits für Mitte April 2026 ist ein Gegenbesuch der kenianischen Partner in Bamberg geplant. Während ihres zehntägigen Aufenthalts werden die Gäste den bayerischen Schulalltag durch Hospitationen und Workshops kennenlernen und tiefe Einblicke in das duale Ausbildungssystem gewinnen. Im Juni 2026 folgt dann die nächste Reise der Bamberger Lehrkräfte nach Nairobi, um die Einrichtung der Klassenräume final zu unterstützen und die Umsetzung der gemeinsamen pädagogischen Ziele voranzutreiben. Langfristig ist sogar denkbar, einen Schüleraustausch nach dem Vorbild der bereits fest verankerten Erasmus-Projekte zu etablieren, um jungen Menschen beider Nationen zu ermöglichen, über den Tellerrand hinauszublicken und wertvolle interkulturelle Kompetenzen für eine vernetzte Welt zu erwerben.